Shirley - stock.adobe.com / Helmut KroissSenioren-WG an die Schlickestraße
Bei der Mitgliederversammlung der Wählergruppe Füssen-Land plädiert Zweiter Bürgermeister Christian Schneider für eine Senioren-Wohngemeinschaft. Angebot fehlt bisher in Weißensee.
Auf einem Grundstück an der Schlickestraße könnte die Stadt Füssen die für den Ortsteil Weißensee benötigte neue Kita bauen. Will sie aber bekanntermaßen nicht: Sie plädiert für einen Neubau am Sportplatz, den wiederum die übergeordneten Behörden ablehnen, da eine Zersiedlung der Landschaft drohe. Bislang war kein Thema, was auf dem städtischen Grundstück an der Schlickestraße statt einer Kita entstehen könnte. Das hat sich jetzt geändert. Zweiter Bürgermeister Christian Schneider machte bei der Mitgliederversammlung der Wählergruppe Füssen-Land für eine andere Zielgruppe als kleine Kinder einen Vorschlag: Er plädierte für den Bau einer Senioren-Wohngemeinschaft.
Der Streit um den richtigen Kita-Standort tobt schon länger. Klar gegen einen Bau am Sportplatz haben sich die Regierung von Schwaben und auch der Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner (Freie Wähler) positioniert. Der kann sich da der Unterstützung des Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (freie Wähler) sicher sein: „Ich halte wenig davon, ein totes Pferd zu reiten“, sagte Pohl unlängst bei einem Redaktionsgespräch – die Rechtslage sei eindeutig. Doch die Stadt Füssen hält dagegen und auch Füssen-Land hat sich klar für den Sportplatz als beste Lösung ausgesprochen.
Klar, dass die Kita auch Thema bei der Mitgliederversammlung der Wählergruppe – zumal die in Weißensee, genauer im Schützenhaus Roßmoos, stattfand. Zweiter Bürgermeister Schneider berichtete über den geplanten Neubau des Kindergartens in Weißensee. Vorsitzender Gabriel Guggemos sprach den Stadträten seinen Dank für ihren Einsatz bei der Standortfrage aus. Nur wenige Tage nach der Versammlung liegt nun im Dorfladen am Weißensee eine Unterschriftenliste aus. Mit ihr sollen die Bürger laut der Wählergruppe die Möglichkeit erhalten, ihre Unterstützung für den Kindergarten-Standort an der Turnhalle zum Ausdruck zu bringen.
Für den ursprünglich vorgesehenen Standort in der Schlickestraße kann Schneider sich stattdessen eine Senioren-Wohngemeinschaft vorstellen.
Damit könne ein wichtiger Baustein für die Zukunft Weißensees geschaffen werden, teilte Schneider auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Ziel sei es, älteren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, auch im Alter in ihrem vertrauten Ortsteil wohnen zu bleiben. „Viele Menschen wünschen sich, dort alt zu werden, wo sie ihr Leben verbracht haben – und dort auch ihren letzten Lebensabschnitt verbringen zu können. Diesen Wunsch sollten wir ihnen auch in Weißensee ermöglichen“, so Schneider.
Gerade im Bereich der Seniorenbetreuung sei der Ortsteil bislang nur unzureichend ausgestattet. Gleichzeitig müsse die Anbindung an die Stadt Füssen weiter verbessert werden. Ein bedarfsgerechter Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie ergänzende Angebote, etwa durch private Fahrdienste, könnten dazu beitragen, dass ältere Menschen mobil bleiben und die Angebote in Füssen weiterhin gut nutzen können.
Die Wählergruppe Füssen-Land habe sich bereits vor rund acht Jahren erfolgreich dafür eingesetzt, dass das ehemalige Gemeindehaus nicht zur Schuldentilgung verkauft wurde, erinnerte Schneider. Stattdessen sei auf ihre Initiative hin der Dorfladen entstanden, der sich bis heute als wichtiger Treffpunkt und Ort der Nahversorgung etabliert habe – insbesondere für ältere Menschen. „Eine Senioren-Wohngemeinschaft wäre der nächste konsequente Schritt, um Weißensee als lebenswerten Ort für alle Generationen weiterzuentwickeln“, so Schneider abschließend.
Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung war die Kommunalwahl 2026. Zweiter Vorsitzender Herbert Dopfer zog den Vergleich zur Wahl vor sechs Jahren und stellte fest, dass nahezu alle Kandidatinnen und Kandidaten von Füssen-Land ihr persönliches Ergebnis verbessern konnten.
Mit 21.333 Stimmen erzielte die Wählergruppe ihr bislang bestes Wahlergebnis und festigte ihre Stellung als zweitstärkste Kraft im Füssener Stadtrat. Entsprechend positiv fiel das Fazit der Mitglieder aus.
Zufrieden zeigten sich die Anwesenden außerdem über die Fertigstellung des Radwegs an der Kaserne. Diskutiert wurde dagegen die Verkehrssituation am Haus Hopfensee. Dort werde die Straße durch parkende Autos zunehmend unübersichtlich, was speziell für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr problematisch sei. Als mögliche Lösungen wurden ein Fahrradstreifen mit Halteverbot oder zusätzliche Parkflächen ins Gespräch gebracht.
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