
Mit Sachlichkeit gegen Populismus
Zum Interview „Die Schlickestraße ist ‘ein Glücksfall’“ mit dem Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner zur Debatte über den Kita-Standort in Weißensee:
Mit erfrischender Deutlichkeit und Sachlichkeit hat Landrat Stapfner gegen die populistischen Aktionen und deplatzierten Äußerungen von Bürgermeister Eichstetter im Hinblick auf den Kita-Standort in Weißensee Stellung bezogen. Rühmte sich der Bürgermeister im Wahlkampf noch seiner guten Beziehungen zu den übergeordneten Behör-den und seiner Fähigkeiten, Fördermittel zu generieren, hat dieses Image durch seine fragwürdigen Querschüsse in der sachlich unnötigerweise neu entfachten Standortdiskussion schweren Schaden genommen, wie Stapfners Ausführungen zeigen.
Mit Freude habe ich auch des Landrats Statement vernommen, wonach „Kinder in die Mitte unserer Gesellschaft gehören“. Wenn in einer Umfrage Eltern den „Lärm“ von Kindern (offenbar auch ihrer eigenen) als störend bezeichnen und deshalb eine abseits liegende Kita bevorzugen, stimmt das schon nachdenklich. Gut, wenn Politiker wie Stapfner dann den Mut zeigen, sich dagegen zu positionieren. Dass Eichstetter auch in der rechtlichen Beurteilung falsch liegt, hat der Landrat im Übrigen nochmals unmissverständlich klargestellt. Wenn wir dem zunehmenden Extremismus im Land wirksam entgegentreten wollen, brauchen wir wieder mehr Sachlichkeit à la Stapfner und weniger Populismus à la Eichstetter, auch und gerade in der Kommunalpolitik!
Fernab vom Motto „leben und leben lassen“
Zum Leserbrief „Mit Sachlichkeit gegen Populismus“, der sich auf das Interview mit dem Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner zur Debatte über den Kita-Standort in Weißensee bezogen hatte:
Es lässt sich sehr eindeutig herauslesen, dass der Leserbriefschreiber ein persönliches Problem mit Bürgermeister Eichstetter hat. Es ist leider auch gut erkennbar, dass er nicht sachlich in das komplexe Thema einsteigen möchte, ihm reicht die Schadenfreude aus.
Dieses Verhalten kann man mittlerweile deutschlandweit erkennen. Fernab vom Motto „leben und leben lassen“ wird krampfhaft nach einem Haar in der Suppe gesucht, findet man es, dann wird es – ganz gleich, ob man selber Vorteile oder Nachteile von diesem Haar hat – als riesen Eklat aufgebauscht. Häme, Spott und Empörung sind mittlerweile an der Tagesordnung. Die Medien (meist die sogenannten „sozialen Medien“) feuern das noch an, denn eine reißerische Überschrift ist anscheinend wichtiger als eine ausgewogene sachliche Berichterstattung. Uns gehen damit der Weitblick und die Sachlichkeit verloren.
Damit werden wir leider auch zur leichten Beute für politische Gruppierungen, welche die Hetze der Sachlichkeit und Ehrlichkeit vorziehen. Schade.
Ganz Weißensee ist schon jetzt zersiedelt
Zum Leserbrief „Mit Sachlichkeit gegen Populismus“, der sich auf das Interview mit dem Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner zur Debatte über den Kita-Standort in Weißensee bezogen hatte:
Diese Debatte über den Kindergarten in Weißensee nimmt schon komische Formen an. Wenn Bürgermeister Eichstetter diesen Standort Schlickestraße nicht will, dann wird er seine Gründe haben. Ich hörte davon, dass alles zu klein oder eng sei. Außerdem sei die Verkehrssicherheit nicht zu hundert Prozent gegeben.
Wenn er deswegen den Kindern mehr Raum und den Eltern die besseren Verkehrswege einräumt, dann ist das doch eine gute Sache. Aber deswegen gleich von Populismus zu sprechen, finde ich dreist.
Meiner Meinung nach sollte man den Eltern auch ein Mitspracherecht einräumen, denn schließlich wird dieser Kindergarten nicht nur, aber auch mit deren Steuergeldern bezahlt. Wegen dieses Standorts wurde meiner Meinung nach auch von Zersiedelung gesprochen. Wenn es um das geht, dann müsste man ganz Weißensee abreißen, und an einem bestimmten Punkt neu aufbauen. Denn Weißensee ist vom Moos bis Benken komplett zersiedelt. Nach Jahren des Stillstandes in Füssen haben wir endlich einen Bürgermeister, der anpackt und Füssen voranbringen will. Und wenn er dabei Fördergelder generiert, dann ist das nur lobenswert. Weiter so.
Kita beim Sportplatz hätte viele Vorteile
Zum Interview „Die Schlickestraße ist ‘ein Glücksfall’“ mit dem Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner zur Debatte über den Kita-Standort in Weißensee:
Die Aussage von Landrat Stapfner, „eine zusätzliche Zersiedelung im Außenbereich“ am Sportplatz, ist so nicht korrekt. Die Sportanlage liegt mittig im Weißenseer Gebiet. Es scheint, dass Herr Stapfner nicht ortskundig ist. Von einer „Zersiedelung“ kann man hier nicht sprechen. Die Fahrtwege für Familien sind genauso kurz oder lang wie zur Schlickestraße.
Der Kostenfaktor könnte erheblich reduziert werden, da keine zusätzlichen Parkplätze gebaut werden müssen. Kinder können bei jedem Wetter die Turnhalle benutzen, sich draußen austoben, es können Feste gefeiert werden, ohne dass Anwohner sich eventuell vom Lärm belästigt fühlen. Die Unfallgefahr wird am Sportplatz erheblich reduziert im Gegensatz zur Schlickestraße mit Bus- und Autoverkehr, wo jetzt schon „rechts vor links“ nicht beachtet wird. Eine Baufläche von circa 4500 Quadratmetern mit drei Wohnblöcken und einer Kita, wo bleibt da Platz zum spielen? Im Verhältnis zum Gelände am Sportplatz ist das alles doch viel zu eng. In Zeiten des Klimawandels sollte man von der verdichteten Wohnbauweise weg. Da begrüße ich das Statement unseres Bürgermeisters und der Stadträte, die unsere lokale Situation realistisch beurteilen und nicht nur nach den gesetzlichen Vorgaben agieren.
