©Google MapKita: Füssen pocht auf Sportplatz
Jahreshauptversammlung 2026
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Das Sportgelände in Weißensee: Trotz der Bedenken der Regierung von Schwaben und des Landratsamtes Ostallgäu reicht die Stadt Füssen jetzt einen Bauantrag für eine Kita ein.

Freitag, 3. Juli 2026

Kita soll neben Sportplatz

Der Füssener Stadtrat setzt auf Änderung des Flächennutzungsplans und reicht Bauantrag für Weißenseer Kita ein. An den Bedenken der Behörden scheint sich nichts geändert zu haben.

Die öffentliche Sitzung des Füssener Stadtrates war am Dienstagabend erst seit ein paar Minuten beendet, da schickte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) eine E-Mail an Bauamtsleiter Armin Angeringer. Der Inhalt: Der Stadtrat habe den Bauantrag für die Kita am Sportplatz Weißensee bewilligt, somit solle der Antrag jetzt offiziell beim Landratsamt eingereicht werden. Kann der Neubau nun tatsächlich am Sportplatz entstehen, obwohl die übergeordneten Behörden diesen Standort bislang immer abgelehnt haben? Das kann man weiterhin nicht definitiv sagen.

Wie mehrfach berichtet, lehnen Landratsamt Ostallgäu und Regierung von Schwaben den Standort am Sportplatz ab, da er den Zielen des Landesentwicklungsplans widerspreche – durch die Kita drohe eine Zersiedelung der Landschaft. Eine Aussage, die Zweiter Bürgermeister Christian Schneider jetzt im Stadtrat aufgriff: Denn als Ausnahmen von dem Anbindungsgebot könnte man einen großflächigen produzierenden Betrieb (Mindestfläche: drei Hektar), ein Logistikunternehmen und dergleichen mehr dort bauen – „aber keine Kita“.

Inzwischen habe sich die Ausgangslage aber verändert, beurteilt man auf Seiten der Stadt die Situation. Denn um den Bau der Kita am Sportplatz zu ermöglichen, hatte die Kommune eine Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht. Und diese Änderung sei nach Ablauf der gesetzlichen Fiktionsfrist wirksam geworden – es habe innerhalb der Frist keinen Einspruch der Kreisbehörde gegeben. Erst nach der Bekanntmachung der Flächennutzungsplan-Änderung am 29. Juni sei über zweieinhalb Stunden später per E-Mail ein Schreiben des Landratsamtes eingegangen, das „rückdatiert“ auf den 23. Juni ausgestellt wurde. Darin machte Landrat Bernd Stapfner klar, dass gegen eine Änderung des Flächennutzungsplans zur Sicherung der Sportanlagen nichts spreche. Doch an den rechtlichen Gründen gegen die Kita an dieser Stelle ändere das nichts, zudem verwies der Landrat auf den bereits genehmigten Kita-Standort an der Schlickestraße.

Die Stadt Füssen will dennoch auf Basis der bisherigen Planung die Baugenehmigung für die Kita am Sportplatz beantragen. Sollte dies auf Ablehnung stoßen, will man die Bauleitplanung klar zwischen dem bestehenden Sportareal und der geplanten Kindertagesstätte trennen, zwei Bebauungspläne sind dann vorgesehen. Entsprechende Bevorratungsbeschlüsse waren dafür für die Sitzung vorbereitet worden.

Die SPD könne diesen Weg nicht mitgehen, machte Ilona Deckwerth klar. Man wünsche sich dringend eine neue Kita für Weißensee. Doch diese sei wohl nur schnell an der Schlickestraße zu verwirklichen, da man von den übergeordneten Behörden seit drei Jahren mitgeteilt bekomme, dass der Standort Sportplatz wegen des Anbindegebots ausgeschlossen werde. Zudem sei der Standort Schlickestraße auch aus pädagogischen Gründen sinnvoller – eine Kita gehöre ins Wohngebiet, wo sie auch fußläufig gut zu erreichen sei.

Weißensee reiche von Moos bis Benken, sagte Bürgermeister Eichstetter dazu. Und somit liege der Sportplatz zentral für alle Familien, dies demonstrierten auch die 650 TSV-Mitglieder, die die Sportanlagen dort nutzen. Bei der Auswahl des Standortes seien zudem die Erzieherinnen eingebunden gewesen. Eine Kita am Sportareal habe viele Vorteile – so die unmittelbare Nähe zu den Sportanlagen, die großzügigen Freiflächen, die verkehrliche Anbindung sowie die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten. Und zum Argument, man könne die Kita an der Schlickestraße jetzt schnell bauen, sagte der Rathaus-Chef: Das könne man nicht, da bislang immer noch kein Förderbescheid vorliege.

Für Eichstetter geht es auch nicht um die am einfachsten zu realisierende Lösung, sondern um den besten Standort „für die nächsten 50 Jahre“. Deshalb werde er nichts unversucht lassen, um die Lösung mit dem Sportplatz zu erreichen. Wenn dieser Versuch scheiterte, müsse man diese hinnehmen – aber dann könne ihm niemand nachsagen, sich nicht für die beste Lösung eingesetzt zu haben. Und dieser Standort scheint auch von der Bevölkerung gewünscht zu werden. „Wir haben mit Weißenseer Eltern gesprochen“, berichtete Tina Allgaier (Freie Wähler): „Auch die haben sich für die Sportanlagen an der Wörther Straße ausgesprochen.“

Es folgte die Abstimmung über das Einreichen des Bauantrags für den Standort Sportplatz, das Beantragen von Fördermitteln, sobald eine Genehmigung vorliegt, sowie über die Bevorratungsbeschlüsse. Eine große Mehrheit der Kommunalpolitiker folgte dem Kurs des Bürgermeisters – bei den einzelnen Beschlüssen gab es nur zwischen drei und vier Gegenstimmen.

ein Beitrag von Heinz Sturm / AZ Füssen
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