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Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU, Mitte) mit seinen beiden Stellvertretern: Christian Schneider (Füssen Land) wurde als Zweiter Bürgermeister bestätigt, Barbara Henle (CSU) ist die neue Dritte Bürgermeisterin.

Freitag, 15. Mai 2026

CSU bringt ihre Kandidaten durch

Barbara Henle wird zur neuen Dritten Bürgermeisterin von Füssen gewählt. Eine Überraschung gibt es bei der Wahl für den Vorsitz im Seniorenbeirat.

Mit Gottes Segen ist der neu gewählte Füssener Stadtrat gestartet: Im Chorgestühl der Stadtpfarrkirche St. Mang fand ein ökumenischer Gottesdienst für die Kommunalpolitiker statt. Von einem „Festtag für die Demokratie“ sprach der evangelische Pfarrer Jörg Hellmuth, der hoffte, dass alle Parteien und Gruppierungen im Stadtrat ihre Visionen einbringen könnten, damit sich diese gegenseitig befruchten würden. Die anschließende konstituierende Sitzung verlief auf den ersten Blick auch harmonisch. Doch bei Personalfragen setzte die gestärkt aus der Kommunalwahl hervorgegangene CSU-Fraktion den Kurs. Sie sorgte unter anderem dafür, dass Füssen nun eine Frau unter den Stellvertretern von Bürgermeister Maximilian Eichstetter hat: Barbara Henle (CSU) wurde mit großer Mehrheit zur Dritten Bürgermeisterin gewählt.

Für den ökumenischen Arbeitskreis gestalteten der katholische Pfarrer Frank Deuring, der evangelische Pfarrer Jörg Hellmuth, Pastor Jean-Christof Nadon (Jesus-Haus) und Pfarrer Yevno Cepe von der syrisch-orthodoxen Gemeinde den Gottesdienst zum Auftakt der neuen Amtsperiode des Füssener Stadtrates. Die Geistlichen äußerten ihren Respekt vor der Arbeit der Kommunalpolitiker, die sich für das Gemeinwohl einbringen wollten, und hofften, dass sie viel Gutes für die Stadt und ihre Menschen erreichen.

In der Sitzung ging es nach der Vereidigung der neuen Stadtratsmitglieder (weiterer Bericht folgt) dann vor allem um Personalfragen. Die erste: Wer soll als Stellvertreter von Bürgermeister Maximilian Eichstetter fungieren? In den vergangenen sechs Jahren waren dies Christian Schneider (Füssen Land) und Wolfgang Bader (Grüne). Normalerweise stelle die größte Fraktion den zweiten Bürgermeister, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Eggensberger. Doch die CSU verzichtete darauf – wie bereits in der vergangenen Amtsperiode: Sie schlug vielmehr erneut Christian Schneider vor. Ein Vorschlag. Bei der geheimen Wahl erhielt Schneider 24 der 25 Stimmen, eine war ungültig. Da man davon ausgehen kann, dass Schneider zu den Menschen zählt, die sich nicht selbst wählen, wird er somit die Stimmen aller anderen Ratsmitglieder und von Bürgermeister Eichstetter erhalten haben. Schneider bedankte sich ausdrücklich für dieses Resultat, Eichstetter nannte es ein „großartiges Ergebnis“.

Danach ging es um den Posten des weiteren Stellvertreters. Würde Wolfgang Bader erneut antreten? Dies werde er nicht tun, sagte vor Sitzungsbeginn auf Nachfrage unserer Redaktion: „Ich hätte es noch einmal gemacht, aber es hat keinen Sinn“, sagte er mit Blick auf die CSU-Fraktion: „Andere sind zu stark geworden.“

So war erneut CSU-Fraktionschef Eggensberger an der Reihe: Er schlug Barbara Henle vor, die mit 3357 Stimmen das zweitbeste Wahlergebnis aller Ratsmitglieder erreicht hatte. Ganz bewusst hatte sich die CSU für eine Kandidatin entschieden, damit wieder eine Frau die Stadt vertritt. Henle wurde als einzige Kandidatin mit großer Mehrheit gewählt: Die stellvertretende Kita-Leiterin erhielt 21 Stimmen. Zwei Stimmen waren ungültig, auf zwei weiteren Zetteln war Wolfgang Bader angekreuzt worden. Henle nahm die Wahl „sehr gerne“ an und bedankte sich ausdrücklich für das Vertrauen.

Eichstetter wiederum bedankte sich ausdrücklich bei Wolfgang Bader, der die vergangenen sechs Jahre „mit vollem Herzblut und Engagement“ als Dritter Bürgermeister tätig gewesen war: „Es war eine sehr, sehr schöne Zeit mit Dir.“ Das bestätigte auch Bader ohne jede Spur von Verbitterung: Er habe viele wunderschöne Momente erlebt, „es hat Spaß gemacht“.

Auch einer weiteren Personalentscheidung drückte die CSU ihren Stempel auf – und zwar bei der Besetzung des Vorsitzes im Seniorenbeirat. Dafür hatte sich erwartungsgemäß Ilona Deckwerth (SPD) beworben. Seit etlichen Jahren hat sie dieses Amt inne, sie hat das Seniorenkonzept maßgeblich geprägt und den Prozess für ein Quartiersmanagement für Senioren in Füssen auf den Weg gebracht. Vor der Wahl brachte CSU-Fraktionschef Eggensberger seinen Parteifreund Dr. Christoph Böhm als weiteren Kandidaten ins Spiel – und Böhm setzte sich mit Unterstützung von CSU und Füssen Land mit 15:10 Stimmen gegen Deckwerth durch.

Die SPD-Frau hatte nicht mit einem Gegenkandidaten gerechnet: „Ich bin enttäuscht, aber respektiere natürlich das Ergebnis“, sagte sie auf Nachfrage unserer Redaktion. Böhm, der sich im Stadtrat bislang besonders bei Themen des Denkmal- und Naturschutzes eingebracht hat, sieht sich gewappnet für den neuen Posten: Er habe sich in der Familie schon immer um die Senioren gekümmert, habe auch einen weiten Bekanntenkreis unter Senioren. Weil man dies in seiner Fraktion gewusst habe, sei es „naheliegend“ gewesen, ihn für diese Aufgabe vorzuschlagen.

ein Beitrag von: Heinz Sturm – AZ Füssen
Foto: Benedikt Siegert – AZ Füssen
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