Jahreshauptversammlung 2026
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Donnerstag, 30. Juli 2026

Stellungnahme der Wählergruppe Füssen-Land zum Kita-Standort in Weißensee

Die Diskussion um den Standort der neuen Kindertagesstätte in Weißensee wird seit geraumer Zeit intensiv geführt. Die jüngsten Aussagen von Landrat Bernd Stapfner, der den Standort an der Schlickestraße als „Glücksfall“ für die Stadt Füssen bezeichnet, nehmen wir zum Anlass, unsere Position nochmals darzulegen.

Für die Wählergruppe Füssen-Land ist der Standort an der Turnhalle nach wie vor die bessere und zukunftsfähigere Lösung. Dabei geht es nicht um Ideologie oder das Festhalten an einer Position, sondern um eine vernünftige Abwägung der langfristigen Vorteile für Kinder, Eltern und den gesamten Ortsteil Weißensee.

„Der eigentliche Glücksfall für Weißensee ist aus unserer Sicht der Standort an der Turnhalle“, erklärt Fraktionssprecher Niko Schulte. „Hier verfügen wir bereits über eine funktionierende Infrastruktur, die den Kindern unmittelbar zugutekommt. Diese Chance sollten wir nutzen.“

Ein wesentlicher Pluspunkt des Standorts an der Turnhalle ist die bereits vorhandene Infrastruktur. Die Kindertagesstätte könnte unmittelbar von den bestehenden Sportanlagen profitieren. Die Kinder hätten die Möglichkeit, die Turnhalle für Bewegung, Sportangebote und Veranstaltungen mitzunutzen. Diese Synergien schaffen einen echten Mehrwert und fördern die Entwicklung der Kinder, ohne dass zusätzliche Infrastruktur geschaffen werden muss.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit überzeugt der Standort an der Turnhalle. Bestehende Infrastruktur wird sinnvoll ergänzt und mehrfach genutzt, anstatt an anderer Stelle neue Strukturen aufzubauen. Für die Wählergruppe ist dies gelebte nachhaltige Ortsentwicklung. Der Standort stärkt einen bereits vorhandenen öffentlichen Bereich und bündelt wichtige Einrichtungen wie Sport, Bildung und Kinderbetreuung an einem Ort.

Zweiter Bürgermeister Christian Schneider unterstreicht diesen Aspekt: „Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Flächen zu sparen, sondern vorhandene Einrichtungen intelligent miteinander zu verbinden. Genau das gelingt am Standort der Turnhalle. Dort investieren wir langfristig in einen starken Mittelpunkt für Weißensee.“

Auch aus verkehrlicher Sicht überzeugt der Standort an der Turnhalle. Die Zufahrt ist gut ausgebaut und die Bring- und Holverkehre können deutlich besser abgewickelt werden als in einem bestehenden Wohngebiet. Gerade zu den Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag ist mit einem erheblichen Verkehrsaufkommen zu rechnen. An der Schlickestraße würden diese zusätzlichen Fahrbewegungen mitten in einem Wohngebiet stattfinden. Dies bedeutet mehr Verkehr, mehr Lärm und zusätzliche Belastungen für die Anwohner.

Stadtrat Martin Dopfer sieht darin einen entscheidenden Vorteil: „Eine Kindertagesstätte bringt täglich viele Fahrbewegungen mit sich. An der Turnhalle können diese sicher und geordnet abgewickelt werden. Im Wohngebiet an der Schlickestraße entstehen dagegen zusätzliche Belastungen für die Anwohner.“

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die geografische Lage innerhalb des Ortsteils Weißensee. Anders als viele Gemeinden verfügt Weißensee nicht über einen klassischen Ortskern. Der Ort erstreckt sich von Moos bis Benken über rund fünf Kilometer. Der Bereich an der Turnhalle liegt nahezu in der Mitte dieses langgezogenen Ortsteils und ist damit für viele Familien gut erreichbar.

Für Stadtrat Matthias Friedl spricht gerade dieser Aspekt für den Standort: „Wer Weißensee kennt, weiß, dass wir keinen klassischen Dorfkern haben. Die Turnhalle liegt geografisch nahezu in der Mitte unseres Ortsteils und ist deshalb für Familien aus allen Bereichen Weißensees gut erreichbar.“

Selbstverständlich erkennen wir die Bedeutung des Landesentwicklungsprogramms Bayern an. Es verfolgt wichtige Ziele für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und soll einer ungeordneten Flächeninanspruchnahme entgegenwirken. Dennoch darf die Anwendung solcher Vorgaben nicht dazu führen, dass vernünftige und im Einzelfall bessere Lösungen ausgeschlossen werden.

Für viele Bürgerinnen und Bürger ist nur schwer nachvollziehbar, dass das Landesentwicklungsprogramm Ausnahmen beispielsweise für Logistikunternehmen, produzierendes Gewerbe, militärische Einrichtungen, touristische Vorhaben oder überörtliche Freizeitanlagen zulässt, für eine Kindertagesstätte jedoch kaum Spielräume bestehen. Gerade Einrichtungen für Familien und Kinder sollten bei einer Gesamtbetrachtung ebenfalls die Möglichkeit erhalten, im begründeten Einzelfall von den starren Vorgaben abzuweichen.

Dass diese Problematik nicht neu ist, zeigt auch die politische Diskussion auf Landesebene. Bereits vor einiger Zeit wurde von einer heute im Bayerischen Landtag mitregierenden Partei eine Überarbeitung des Landesentwicklungsprogramms angeregt. Dies zeigt, dass auch auf Landesebene erkannt wurde, dass die bestehenden Regelungen nicht in allen Fällen zu sachgerechten Lösungen führen.

Die Wählergruppe Füssen-Land ist deshalb überzeugt, dass der Standort an der Turnhalle aus pädagogischer, infrastruktureller, nachhaltiger, verkehrlicher und ortsentwicklerischer Sicht die bessere Wahl für Weißensee darstellt. Wir setzen uns weiterhin für eine Entscheidung ein, bei der Vernunft, Augenmaß und die langfristigen Interessen der Kinder, Familien und Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.

ein Beitrag der Stadträte von Füssen Land
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